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Die Sache mit dem Kuscheltier...

Sagt mal, hattet ihr früher auch einen Teddybär´n?

So einen mit ganz treuen Kulleraugen und einem kuscheligen Bären-Pelz? 

Ich hatte so einen. Obwohl ich schon fast erwachsen war. Irgendwann sah ich ihn und wollte ihn unbedingt haben. 5 Tage bevor ich 18 wurde lag er dann wie ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk in meinen Armen.

Ich habe ihn gebraucht damals, denn irgendwie steckte ich in einer kleinen Krise: Ich setzte mich stark unter Stress, weil ich mein Abitur besser als jeder andere abschließen wollte. Außerdem schien ich eine Art Identitätskrise zu haben. Das typische in dem Alter: Man fand sich selber irgendwie blöd, hatte die gewohnten Auseinandersetzungen mit den Eltern und mit dem eigenen Spiegelbild. Suchte nach neuen Hobbys, nach Interessen für die Zeit nach dem Studium und vor allem: Nach sich selber!!

Mein Teddy schien schon immer zu wissen, wer er war. Er führte sein eigenes Leben, hatte seine Interessen, wusste, wer er war. Das gab mir Kraft, ich schaute zu ihm hoch. Ich nahm ihn in den Arm, wenn es mir nicht gut ging - und er mich. Ich erzählte ihm ALLES von mir und hatte stets das Gefühl, dass er zu mir stand, wenn er mich auch häufig nicht verstehen konnte.

Leider habe ich auch meine Launen häufig an ihm ausgelassen. Ihn angeschrien und angezickt, wenn ich unzufrieden war. Das war wohl leider auch der Grund, warum er nach anderthalb Jahren nicht mehr da war. Er war einfach weg. Weder er, noch ich, haben "Tschüss" gesagt. Wir haben uns nur hinterhergeblickt. Er fehlte mir. Ständig. Über 3 Jahre fehlte er mir. Ich wusste, dass er nun der Teddy eines anderen Mädchens war. Soweit ich weiß, auch eines älteren Mädchens, das ihn eigentlich gar nicht brauchte, weil SIE mit sich selber zufriedener war, als MIT ihm. Sogar nachts nahm sie ihren Teddy nie mit ins Bett ;-).

Tja, ich habe in den 3 Jahren häufig geweint und an ihn zurück gedacht. Ich war mir immer sicher, dass ich niemals wieder einen solchen Teddybären finden würde. Ich sah zwar einige, die optisch mithalten konnten, aber nahm nie einen in den Arm, der mir geben konnte, was dieser Teddy, den ich 2005 fand, mir gab. Wärme, Geborgenheit, Verständnis, Vertrauen, Liebe.

Jetzt ist 2010. Ich habe die Zeit alleine genutzt, um mich weiterzuentwickeln. Ich bin in eine neue Stadt gezogen, in der ich anfangs NIEMANDEN kannte, habe ein Studium begonnen, mich währenddessen musikalisch selbstständig gemacht, mich poetisch und musikalisch verwirklicht. Ich habe gelernt, loszulassen. Eigene Interessen gefunden, bin selbstständig geworden und habe mich persönlich entwickelt. Ich habe so viele Sachen zustande gebracht, auf die ich sehr stolz bin! 

Da sah ich plötzlich meinen Teddybären wieder. Sein Pelz war total zerzaust, aber er sah wie immer gut aus. Ich war so glücklich ihn wiedergefunden zu haben und wollte ihm meine neue Welt zeigen. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es ihn gar nicht interessiert. Ich hatte das Gefühl, dass er sich nicht wohl in meiner neuen Welt fühlt. Vielleicht kommt er damit nicht klar, dass ich nun auch eine eigenständige Person bin? Vielleicht ist er jetzt auch derjenige, der sich selber wieder finden muss?

Ich schließe daraus, dass Teddys doch etwas für Kinder sind. Ein Freund, ein Begleiter, etwas zum Liebhaben. Wenn man erwachsen ist, zählen andere Werte. Man schaut in die Zukunft, nicht nur in die Gegenwart, möchte beruflich glücklich und erfolgreich sein, sich selbstverwirklichen und sein Leben leben. Auch, wenn es sehr sehr schwer ist, loszulassen...

Ich weiß nur eins: Wenn ich später eigene Kinder habe, sollen sie niemals ohne Kuscheltier groß werden!!

31.10.10 14:43

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